Irgendwo hinter den Teletappibergen, liegt eine alte alte graue Burg, die Brandenburg. Die Menschen, die dort leben sind mit unter etwas eigen und pflegen einen sehr speziellen Humor, was durchaus verständlich ist, wenn sich den Bewohnern stets nur die Rücklichter der vorbeiziehenden Entwicklung erkenntlich zeigen.
Das ist auch der Grund, warum die Stadt nun schon seit fast eintausend Jahren gegenüber jedem interessierten Gast gebetsmühlenartig anmerkt, dass es doch Brandenburg war, welches Berlin und Potsdam aus ihren bedeutungslosen Zuständen befreite. Jedem Besucher einer Führung im Dom zu Brandenburg wird mit nicht zu übersehendem Stolz die Urkunde der Verleihung des Stadtrechts an Berlin präsentiert. Doch irgendwas ging schief, vor langer langer Zeit. Das einst mächtige Brandenburg versank in der realen Bedeutungslosigkeit. Völlig belanglose Könige, Kaiser, Adelige, Handwerker, Wissenschaftler, Bürger und politische Herrscher schufen aus Fischerdörfern und Bauernsammelplätzen die mächtigen Städte Berlin und Potsdam. Eine Wunde, die dem Ur-Brandenburger (Ur-Brandenburger = in der Stadt Brandenburg/Havel geborener Bürger) noch heute Schmerzen zufügt, denn auch die jüngere Geschichte hat gezeigt, die Stadt bleibt eher bedeutungslos.
Unter diesem Hintergrund lässt sich erahnen, welch Geistes Kind die Kampagne “Potsdams großer Bruder” schuf. Schreck und Scham überfielen mich bei der unvorbereiteten Gegenüberstellung mit dem Motiv (siehe oben) auf einer Potsdamer Großplakatwand. “Jetzt bloß niemandem verraten, dass ich aus Brandenburg stamme” dachte ich reflexartig und hoffte, niemand würde mir das ansehen. Ein verkniffen-freundliches Mädchen lugt zwischen schiefen Türmen und Kirchen hinter zwei Hügeln hervor, als würde Sie froh sein, die von einem Erdbeben heimgesuchte Stadt im Hintergrund lebendig verlassen zu haben und nun in Potsdam ein Obdach sucht. Gerne und herzlich willkommen - wir bauen dir, kleines Mädchen, sogar ein Schloss in unsere Mitte.
Kurzum, die Stadt Brandenburg hat mit dieser Kampagne (Link) die Chance vertan, sich auf eine große Geschichte verweisend, als offene, zukunftsgerichtete Stadt ohne Ressentiments zu positionieren. Statt dessen werden werden ulkige Klischees bedient und Brandenburg erscheint infantil, nachtragend und absolut unreif. Wo sind die Botschaften, die einen Potsdamer an einen “großen Bruder” glauben lassen sollen? Welche Vorbildrolle, die große Brüder nun einmal inne haben, nimmt die Stadt Brandenburg denn ein? Nichts, keine Aussage dazu, nur ein buntes und fragwürdiges Spiel und ein paar weniger Euros im Marketingspartopf. Einzig schön, dass die Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg hier einmal nahe daran war, sich an Social Media Elementen zu versuchen. Doch auch hier sehe ich eher halbes Handwerk. Warum ist heute, mitten im kalten Mai, das Blog nicht aktuell? Warum sind zu den Beiträgen keine Kommentare zugelassen? Fürchtet man da Reaktionen wie diese? Warum verweist die Seite auf Einträge in Facebook, StudiVZ usw. und dann ist das doch nur heiße Luft?
Ich finde es traurig und schade, ein solches Wiedertreffen mit meiner Geburtsstadt erlebt zu haben. Es ist schade für die vielen Brandenburger, die weit fortschrittlicher Denken und Handeln, als es ihnen diese Kampagne auf die Stirn schreibt.
Mein Verhältnis zu Brandenburg: Ich bin gebürtiger Brandenburger und habe bis ins Jahr 2000 für 28 Jahre in der Stadt gelebt. Vier Jahre war ich für die damalige Bürgerliste gewählter Abgeordneter im Stadtparlament.
Zum sechsten Mal wird in diesem Jahr am 12. Dezember der BruttoSozialPreis (BSP) vergeben. Der Preis gibt Studenten aus verschiedenen sozialen und marketinglastigen Studienrichtungen die Chance, sich außerhalb des verschulten Studienalltags in einer realtitätsnahen Art und Weise mit der Kreation eines Kommunikationskonzeptes oder einer Kampagnenplanung für eine Non Profit Organisation (NPO) zu engagieren.
Klug wird auf der Webpräsenz des BSP gezeigt, wie modernes Sozialmarketing funktionieren kann. In den studentischen Teams wird unter Hochdruck in nahe professioneller Manier der Marketing-Ernstfall geprobt. Das tut auch not, man schaue sich nur einmal die Webauftritte verschiedener, teils auch größerer, NPOs an. Hier ist noch ein immenses Betätigungsfeld zu erschließen, an das sich die klassischen Werbeagenturen bisher nicht so recht heran wagen.
Ganz so drastisch, wie es BSP Schirmherr Thilo Bode in einem Interview auf den BSP-Seiten ausdrückt, sehe ich das allerdings nicht. Zitat Frage und Antwort:
“Was ist der Unterschied zwischen klassischem Marketing und Sozialmarketing?
Wenn eine Organisation mit einer klassischen Werbeagentur zusammenarbeitet, kommt nichts dabei raus, denn die macht klassisches Marketing, führt Umfragen durch und bringt dann ihr Produkt auf den Markt. Beim Sozialmarketing muss man ein Feingefühl dafür entwickeln, was die Menschen bewegt. Und das ist etwas anderes, als die Entscheidung zu beeinflussen: „Soll ich mir lieber einen Polo kaufen oder einen Smart.“ Der Unterschied ist die Glaubwürdigkeit. Jeder Bürger weiß heute, dass er der Werbung nicht hundertprozentig vertrauen kann, deshalb würde er industrielles Marketing für Ziele des Allgemeinwohls nicht akzeptieren.”
Ganz so traurig sehe ich die Werberlandschaft nicht, auch wenn viele alteingesessene Agenturen die Klaviatur der neuen Medien nicht annähernd beherrschen. Geade bei jungen Agenturen sehe ich viel Potential - vielleicht sollten zukünftig auch Agenturen an der Ausgestaltung des BSP beteiligt werden, dann könnten auch sie sich das Spezialwissen für das Sozialmarketing aneignen und mit ihren ureigenen kreativen Kräften verbinden.
Noch eine Bemerkung zur Aussage von Herrn Bode sei mir erlaubt - wenn eine Agentur heute noch nach der Maxime handelt, die Kaufentscheidung des Konsumenten lediglich zu beinflussen, dann geht sie auf dem Holzweg der Gestrigen. Dialog und vor allem auch das Zuhören sind zu entscheidenden Qualitätsfaktoren für Agenturen gereift. Und da beginnt die Verschmelzung von klassischem Marketing und Sozialmarketing.
Heute vielleicht noch eine kühne Vision, sehe ich hier eine starke Entwicklungstendenz in genau diese Richtung.
Da haben wir schon besseres gesehen … nackte Gewalt als Verkaufsargument muss wirklich nicht sein. Vielleicht lassen sich ja auch so Rückschlüsse auf das von Hornbach gewünschte Publikum (früher sagte man Zielgruppe dazu) ziehen.
Nach einer langjährigen Zusammenarbeit fällt es Unternehmen verständlicherweise oft schwer, einmal neue Agenturluft zu schnuppern. Die Abläufe sind bestenfalls nahezu organisch, alles läuft nach Plan.
Doch verschenkt man sich damit nicht auch die Chance, neue Ideen zu generieren, neue Wege der Kommunikation zu testen? In der Angst vor Fehlentscheidungen liegt die größte Hemmschwelle Neues auszuprobieren.
Wir versuchen nun ab sofort einen Vertrauenscodex aufzubauen, der es erleichtern soll, einmal neue Wege zu gehen. Wichtigster Bestandteil wird sein, das eine Leistung erst dann tatsächlich berechnet wird, wenn der Kunde nicht nur eben seine obligatorische Freigabe erteilt hat, sondern einen Fragebogen zur Zufriedenheit ausgefüllt hat. Dabei gibt es dann in der Konsequenz mehrere Möglichkeiten:
+ nach einer Rabattliste gibt es automatisch Nachlass bei nicht vollständiger Zufriedenheit + die Arbeit wird so lange nachgebessert, bis vollständige Zufriedenheit erreicht wird + bei absoluter Unzufriedenheit kann vollständig vom Vertrag zurückgetreten werden
Im Befragungsbogen werden neben Fragen zum eigentlichen Projekt dann auch Stellungnahmen zur Art und Weise der Zusamnmenarbeit, zum Arbeitstempo usw. gestellt.
Vielleicht ist das ein Modell, das für uns als kleinere Agentur neue Chancen eröffnet, neben den klassichen Wegen, neue und interessante Projekte zu bearbeiten.
Die ständig schreihalsige “machs mir billig” Werbung der Elektronikmärkte mag ihre Berechtigung haben (muss ja auch irgendwie funktionieren) - für Zielgruppen jenseits der Metropolen ist dieses Geschreie mehr als nutzlos. Mangelnde Netzabdeckung, kein schnelles DSL und mangelhafter vor Ort Service sind nur einige Argumente gegen die Big Player. Ein Belziger Geschäftsmann geht nun eigene Wege - weg von Getöse - hin zu einem authentischen Stil der die Probleme der Menschen auf dem Land ernst nimmt und Lösungen anbietet. Sicher nicht immer für O,99 und das in 30 Monatsraten - aber dafür ehrlich.
Wir begleiten diesen nicht leichten Weg seit dem vergangen Jahr und arbeiten derzeit an einer neuen Gestaltung der Schaufenster des Ladenlokals. Auch ist die Botschaft - weg von kalter und technischer Symbolik, hin zu lebendiger Kommunikation zwischen Menschen im Fläming.
Im Kampf der Bildagenturen um ihre Kunden hat masterfile heute ein witziges Tool online gestellt. Es nennt sich masterfile city und ist eine bunte Mischung aus 3D Spiel, Datensammeltool, Gewinnspiel und ganz offensichtlicher Eigenwerbung. Alles ist eng mit der Mutterseite verknüpft.
Fazit: Witziges Tool für die Mittagspause, ob ich deshalb jetzt auch mehr Bilder kaufen werde, weiß ich noch nicht
Was ist bloß in Sachsen-Anhalt los? Immer wieder passieren dort fast unglaubliche Dinge. Nicht nur, das es fast wöchentlich rassistische Übergriffe gibt, viel mehr schockiert, das der Durchschnittsbürger einfach nichts unternimmt, ja eher noch beim Zuschauen Beifall klatscht. Es wird Zeit, das die Politik hier endlich etwas unternimmt und den Kampf an mehreren Seiten aufnimmt: ausnahmslose Verfolgung und Bestrafung der Täter unter Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel, mehr sichtbaren Schutz durch die Polizei, da sich die Probleme nicht binnen kurzer Zeit verziehen werden und eine ehrliche, öffentliche Auseinandersetzung mit den Vorfällen unter Begleitung einer intelligenten Kampagne für das Miteinander. Vielleicht kann sich das ja mal eine Agentur aus Sachsen-Anhalt auf die Fahnen schreiben und gemeinsam mit Politik, Vereinen, Verbänden und privaten Initiativen einen Vorstoß machen. Das schadet sicher auch nicht dem eigenen Image …
Brutale fremdenfeindliche Attacken: In Magdeburg haben Unbekannte eine Gruppe von Afrikanern angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Kurz zuvor war eine schwangere Irakerin in einem Bus beleidigt und ins Gesicht geschlagen worden. Zahlreiche Schaulustige hatten die Übergriffe beobachtet.