Achtung ansteckend …

Die großen Schlagworte des neuen Mitmach Internet, welches häufig schlicht als Web 2.0 bezeichnet wird, erschlagen viele meiner Mandanten fast im wahrsten Sinne des Wortes. Viel zu “englisch”, viel zu undurchsichtig und nur etwas für Experten - so sehen es jedenfalls viele Unternehmer, die schon länger im Geschäft sind. Virales Marketing, Blog, Web-Community, Social-Bookmarking oder Folksonomy seien hier stellvertretend für noch viel mehr Begriffe genannt. Bei nächster Gelegenheit werde ich das noch einmal thematisieren und dann ein Web 2.0 Glossar für Neueinsteiger und Interessierte einrichten.

Heute gibt es nur einen kurzen Ausflug in eine der spannendsten Welten des neuen Internet: Virale Videoclips. Über Videoportale wie YouTube, MyVideo oder Sevenload verbreiten sich diese unaufwendig produzierten Spots. In der Enzyklopädie Wikipedia wird das dann so definiert: “Virales Marketing ist eine Marketingform, die existierende soziale Netzwerke ausnutzt, um Aufmerksamkeit auf Marken, Produkte oder Kampagnen zu lenken, indem Nachrichten sich epidemisch, wie ein Virus ausbreiten. Die Verbreitung der Nachrichten basiert damit letztlich auf Mundpropaganda, also der Kommunikation zwischen den Kunden oder Konsumenten.” Kurzum ein einmalige, oftmals witzige oder ungewöhnliche Idee wird in einen kleinen Film gepackt und dann zur Selbstverbreitung ins Netz gestellt. Das geht bei den gängigen Videoportalen ganz einfach. Bisher war diese Form der Werbung eher eine Domäne kleiner und oft junger Unternehmen. Doch inzwischen nutzen immer mehr große Firmen diese vergleichsweise günstige Form der Kommunikation.

Ein recht gelungenes Beispiel des toom-Baumarktes (mit den eingesetzten Spezialeffekten so sicherlich nicht für jedermann machbar, was zählt ist die Idee)

Das eine virale Kampagne auch nach hinten losgehen kann, zeigt dieses Beispiel. Unlustige Geschichte, zu lange ausgedehnt, recht schlecht gespielt:

Kurzum, es lohnt sich den Einsatz viraler Kampagnen zur Ergänzung ihrer bisherigen Aktivitäten zu erwägen, wenn sie einige Punkte beachten:

  • Finden Sie den Kern ihrer gewünschten Werbeaussage
  • Entwickeln sie eine ungewöhnliche, animierende Geschichte
  • Drehen sie einen knackigen Spot, dessen Stil auch unbedingt zur Werbeaussage passen muss
  • Platzieren sie Ihr Werk in allen Videoportalen die sie kennen und natürlich auf ihrem Blog

… und wie man einen Blog erstellt erzähle ich beim nächstem Mal

Eine Reaktion zu “Achtung ansteckend …”

  • Sigi

    Die vielen englischen Begriffe rund ums Internet sind eine Hürde, die ich gerade bei Kunden immer wieder erlebe.(die erste Ende der 80er – was ist denn ein Zwischengesicht) Sprache ist Codierung. Wenn mich jemand verstehen soll, ist es meine Aufgabe verstanden zu werden – und zugleich ist Sprache bewusst oder unbewusst eingesetzter Filter um zugang zu erschweren. Ob mittelalterlicher Kirchenfürst, ob Chefarzt oder Blogger – wir sollten uns über unsere Sprache Gedanken machen. Dann erfahren wir jenseits des Inhalts viel über uns und unsere Art der Abgrenzung.
    PS: für die die kein Deutsch mehr können: das Zwischengesicht ist ein Interface.